Samstag, 16. Mai 2026

Blumfeld (26)

Blumfeld, ein älterer Junggeselle, war sehr erleichtert, dass er seine alte Bedienerin endlich losgeworden war. Schon seit langem hatte er es mit der Nechvatal kaum noch auszuhalten. Immer schon war sie einfältig, neugierig, klatschsüchtig gewesen, zudem unzuverlässig und unsauber, in letzter Zeit auch noch zänkisch und geradezu bösartig. Blumfeld hatte immer mehr befürchten müssen, dass sie irgendetwas über ihn herausbekommen oder, auch nicht besser, erfinden und dann herumtratschen könnte. Nicht, dass Blumfeld sich um seinen Ruf sorgte, aber es hätte ihm gar nicht gefallen, die Aufmerksamkeit der Obrigkeit zu erregen. Nun, seit er der Nechvatal gekündigt hatte, war die Gefahr bestimmt nicht geringer geworden, dass sie hinter seinem Rücken allerhand Gerüchte streute, aber Blumfeld versuchte, nicht daran zu denken, und hoffte, die klügeren Leute würden derlei einfach für das rachsüchtiges Geschwätz einer Einfältigen halten, das es ja auch war. Mit seiner neuen Bedienerin, für die sich Blumfeld erst einen Namen ausdenken musste, war er jedenfalls sehr zufrieden. Still und in sich gekehrt, fleißig und umsichtig, sorgfältig und tatkräftig, erledigte sie in kürzerer Zeit weit mehr als die Nechvatal, kam aber öfter, musste weniger beaufsichtigt werden, wusch nicht nur auf und staubte ab, sie kümmerte sich auch um die Wäsche und ab und zu kochte, briet oder buk sie sogar nebenher kleine Leckereien. Blumfeld war’s zufrieden.